Firma Pollinator Company


grow! Wie bist du zur Hanfbranche gekom­men, und seit wann bist du nun dabei?

Mila: Hanf bzw. Haschisch trat 1964 in mein Leben, als ich zum ersten Mal einen Joint rauchte. Seitdem habe ich Haschisch konsu­miert, manchmal geschmuggelt und auch Ma­rijuana angebaut. Während dieser Zeit mach­ten wir unser eigenes Haschisch mit einem Sieb. Für den hohen Arbeitsaufwand war das Resultat leider gering. Beim Wäschetrocknen wurde ich inspiriert, dafür doch besser eine drehende Trommel zu verwenden.1992 wurde der erste Pollinator gebaut und getestet. Zwei Jahre später wurde er dann offiziell beim High Times Cup den amerikanischen Rauchern vor­gestellt. Rob Clarke, Soma, Jack Herrer und viele andere waren dabei. Mit einem Kapital von 5.00o Gulden wurde dann die Pollinator Company gegründet.

grow! Womit beschäftigt sich dein Unternehmen?

Mila: Unser Unternehmen besteht aus einem Ladenlokal, sowie einer Produktionsstätte, wo die Pollinatoren gebaut werden. Die Ice-O-lators lassen wir herstellen und die Bub­bleatoren kommen aus China. Dass sind un­sere drei Topseller und wir exportieren sie fast weltweit. Von Japan bis Neu Seeland über Alaska, Süd Afrika, Kasachstan, Deutschland, sowie jedes europäische Land. Zudem vertrei­ben wir über 200 verschiedene Bücher über Drogen. Die Hälfte handelt über Marijuana und die anderen sind über alle andere Dro­gen, sodass es möglich ist, gezielte Informa­tionen darüber zu bekommen. Im Laden kön­nen die Besucher auch lesen und Tee trinken, dass ist manchmal ganz gemütlich. Weiterhin haben wir verschiedene Sämereien, darunter auch Marijuanasamen, die verkaufen wir nur im Laden und versenden nicht. Pfeifen, Pa­pers, Grinder usw sind auch im Laden zu be­kommen. Und dann ist da die Hasch-Ausstel-

lung. Über viele Jahren hinweg haben uns Leute kleine „Proben ihres hausgemachten Hasch zugeschickt oder persönlich abgelie­fert. Die kann man auch auf unserer Home­page besuchen. Schau mal bei www.pollinator-company.nl, „Hall of Fame". Wir arbeiten in unserem Laden zu viert: Irene, Mauro, Rick und ich selber.

grow! Welche Geschäftsbereiche deckt es ab?

Mila: Jeder, der Marijuana anbaut, ist ein po­tentieller Kunde für uns, denn alle haben am Ende, wenn die Blüten manikürt werden, noch eine Menge Blätter übrig, die noch weiter ver­arbeitet werden können. So lautet unser Mot­to auch: Von „Trash" zum „Stash"! Es hängt von der Genetik ab, wie gut am Ende die Qua­lität ist. Auch ist es wichtig, dass man nur die kleinere Blätter gebraucht, die großen Blatter haben keine THC-Kristalle. Man kann jedoch auch die kleinen Blüten verwenden. Für den medizinischen Gebrauch ist es eine gesün­dere Art zu rauchen, weil man kein Pflanzma­terial inhaliert, sondern nur die Wirkstoffe. Es gibt weltweit 130 bis 18o Millionen Men­schen, die zu mindest manchmal Marijuana gebrauchen. Nun ist medizinisches Marijuana in vielen amerikanische Staaten erlaubt, und so senden wir auch viel mehr Maschinen dort­hin.

grow! Welchen Eindruck hast du von der Ent­wicklung der Branche?

Mila: Die Branche wird immer größer, weil in mehr Ländern Grow-Shops entstehen, oder die Möglichkeit besteht, Growzubehör über das Internet zu kaufen. Das kann man daran sehen, wie viele neue Cannabismessen ent­stehen. Letztes Jahr zum ersten Mal auch in den USA., dass war lange Jahren undenkbar. Ich denke, die Cannabis-Branche wächst wei­ter. Dünger- und Samen-Firmen sind am meisten vertreten, weil es Verbrauchsgüter sind. Unsere Produkte kauft man nur einmal, um viele Jahre daran Spaß zu haben. Die Nutz­hanfbranche wächst ebenfalls. Nahrung und Öl aus Hanf werden populärer, weil viele Menschen bewußter essen. Da es nur wenige Produkten gibt, die so einen Schatz an Amino­säuren, Vitaminen, ungesättigten Fettsäuren, usw. enthalten, ist dass nur verständlich..

grow! Welche Veränderungen sind dir seit dei­nem Einstieg aufgefallen?

Mila: In Holland hat sich vieles verändert. Ende 1990 war die politische Situation um Hanf eine völlig andere. Jeder wurde ermutigt selber Maruijuana anzubauen. In dieser Zeit gab es 10.000 Growanlagen, allein in Amster­dam. Dass ist nun ganz anders. Die hollän­dische Regierung stellt in Zeitungen und im Fernsehen die Hanf-Branche in ein schlechtes Licht. Die Marijuana-Farmer sollen alle krimi­nalisiert werden, aber das ist auch ihrer ei­genen passiven Haltung zu verdanken (viele Grower gehen nicht zu Wahlen). Die Grower, die nur für den Eigenbedarf züchten, sollen verunsichert werden und Angst bekommen, ihr Einkommen, ihre soziale Stellung oder ihr Haus zu verlieren. So haben tausende kleiner Grower aufgehört. Es blieben fast nur noch große, leider manchmal auch richtige Krimi­nelle, übrig. Die kleinen Züchter; die mit viel Liebe und Hingabe ihre paar Pflanzen wach­sen lassen, werden nun auch wie Kriminelle behandelt. In den 90zigern konnte man 30 Pflanzen problemlos besitzen, nun darf man noch 5 Gramm dabei haben und Coffeshops brauchen im Vergleich zu früher eine Lizenz.

grow! Engagierst du dich hanfpolitisch?

Mila: Ich bin keine Politikerin, aber meiner Meinung nach sieht es aussichtslos aus mit unserem neuen Kabinett. Ich hätte nie ge­dacht, dass ich es eines Tages erleben würde, dass einer meiner Freunde, ein langjähriger medizinischer Marijuana Patient, nun daran denkt, in Kalifornien ein „medizinisches Asyl" zu beantragen, weil es hier selbst für ihn als Patient immer schwieriger wird. Dazu kommt noch, dass das Marijuana, das hier in Apo­theken verkauft wird, ionisiert- und alle Bak­terien getötet wurden. Das betrifft auch den Geschmack sowie den Effekt, klagen verschie­dene Patienten in meiner Umgebung. Jedes Jahr beteiligen wir uns am Marijuana March in Amsterdam, der allerdings auch immer klei­ner wird.

grow! Wie sehen deine Zukunftspläne aus?

Mila: Immer noch gehe ich 6 Tage in der Wo­che zu meinen Laden „Pollinator" und beim „Hemp Hotel" vorbei. In nächster Zukunft mochte ich gerne meine Memoiren weiter schreiben. Wenn mein Buch fertig ist, möch­te ich damit auf Reisen gehen und es, wie den Pollinator, promoten, für ein oder zwei Jahre, mal sehen. Dann werde ich es etwas ruhiger angehen lassen. Ich habe vier Kinder und ein Enkelkind und möchte gerne mehr Zeit für sie haben. Das ist ein großer Wunsch. Es gibt noch so viel zu tun und zu sehen!