Schall & Rauch im Hafen Linz

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Vor ziemlich genau einen Jahr öffnete einer der größten Head-und Growshops seine Pforten: Schall & Rauch im Hafen der Donaustadt Linz. Auf rund 600 qm lässt sich hier so ziemlich alles finden, was der Hanffreund sucht: Von Headshop-Artikeln wie Pfeifen und Papers bis hin zum unterschiedlichsten Growequipment. Wir haben uns vor Ort umgesehen und mit Robin und Raffael folgendes Interview geführt.
grow! Hallo, Robin und Raffael, erst mal viele Dank für die Einladung.
Raffael: Wir danken euch für euer Kommen! Ihr wohnt ja nicht gerade um die Ecke.
grow! Kein Problem, wir sind gerne un-terwegs. Was hat euch eigentlich in die Hanfscene verschlagen?
Raffael: Ich war vor zehn Jahren Bankan-gestellter. So richtig wohl hatte ich mich dort nie gefühlt. Und als sich die Möglichkeit bot, etwas anderes zu tun, habe ich nicht lange gezögert.
Robin: Ich komme aus einem Elterhaus, wo Cannabis schon immer ein Thema war.
grow! Ich verstehe. Aber zwischen Hanf-Freund und Hanf-Unternehmer liegt aber noch ein großer Schritt …
Schall & Rauch im Hafen02Robin: Na ja, als ich meinen ersten Laden eröffnet habe, geschah das, weil es zu der Zeit hier in Linz nur einen Shop gab, der aber kaum die Nachfrage befriedigen konnte. Es lag für mich nahe, dieses Vakuum zu füllen und selbst einen Head-und Growshop zu eröffnen.
grow! Das „Schall & Rauch” im Zentrum, nehme ich an?
Robin: Ganz genau.
grow!! Wieso gab es hier nur einen Shop, sind die Behörden hier so streng, oder lohnt sich so ein Geschäft hier nicht?
Robin: Es gab hier mal fünf Läden, aber bis auf einen mussten die alle schließen.
grow! Warum?
Raffael: Wegen des Verkaufs von Steck-lingen …
Robin: Genau, dass wurde mehrfach probiert, ist aber immer wieder gescheitert.
grow! Ist der Verkauf von Stecklingen in Osterreich nicht legal?
Robin: Das hängt sehr davon ab, wo in Österreich man sich befindet. In Wien ist der Stecklingsverkauf kein Problem. Dort haben die Behörden offenbar Wichtigeres zu tun. Aber hier auf dem Land — Linz hat zwar etwa 300.00o Einwohner, ist aber dennoch Provinz — freut sich die Polizei, wenn sie jemanden mit Stecklingen erwischen kann.
grow! Raffael, du hast doch auch noch einen anderen Laden, oder?
Raffael: Ja, das stimmt, und zwar die „Sonnenallee” in Innsbruck. Den gibt es jetzt bereits seit zehn Jahren.
grow! Echt, dann sollten wir den viel-leicht auch mal vorstellen.
Raffael: Sicher, dann kommt ihr mich mal in Innsbruck besuchen.
grow! Und wie habt ihr zwei euch kennen-gelernt?
Raffael: Nachdem ich Vater wurde, bin ich mit meiner Familie auf einen Bauernhof in die Nähe von Linz gezogen. Ich bin damals viel zwischen Wien und Innsbruck hin- und hergependelt, und da liegt Linz genau in der Mitte. Und irgendwann war ich in Robins Laden, und dort haben wir uns kennengelernt.
grow! Was geht so Linz, gibt es hier viele Kiffer?
Robin: Hier geht schon einiges, und Kiffer gibt’s hier natürlich auch — wie mittlerweile überall.
Raffael: Es gab hier über viele Jahre eine recht große Club- und Rave-Szene, selbst in Wien war sie kleiner. Und damit verbunden war eine gewisse Drogenkultur.
grow! Ihr habt keine Bedenken, ob sich ein solch großer Laden wie dieser hier trägt?
Robin: Zur Eröffnung hatten wir ein Werbebudget von 50o Euro, die wir in 5.000 Flyer investiert hatten. Die habe ich drei Monate lang an jeden verteilt, der meinen Laden im Zentrum betreten hat. Am Eröffnungstag waren dann etwa 40o Leute da.
grow! Das hört sich doch gut an! Und wie viele Leute arbeiten hier insgesamt?
Raffael: Hier haben wir fünf Angestellte, dazu kommen noch zwei Mitarbeiter im Zentrum und drei in Innsbruck cannabis samen
grow! Und eure anderen beiden Läden leiden nicht darunter, dass ihr euch hier so stark involviert?
Robin: Nein, wir haben kompetente Mit-arbeiter, denen wir voll vertrauen können. Sonst wäre das sicher so nicht möglich.
Schall & Rauch im Hafen03grow! Wie ist das mit Behörden wie der Polizei, lassen die euch in Ruhe, oder ver-suchen sie, euch das Leben schwer zu machen?
Robin: Da wir keine Stecklinge verkau-fen und auch sonst transparent arbeiten, gibt’s keine Probleme. Natürlich wäre es auch für uns interessant, Stecklinge zu verkaufen, aber wir akzeptieren die momentane Gesetzeslage.
grow! Ihr dürft immerhin Samen verkaufen, darüber würden sich deutsche Grow-shopinhaber und auch deren Kunden sicher freuen.
Raffael: Ja, Hanfsamen können wir verkaufen und sind auch bemüht, dass komplette Programm anbieten zu können.
grow! Das komplette Hanfsamenangebot?
Raffael: Wir versuchen, ein möglichst umfangreiches Sortiment vor Ort zu haben, aber du hast schon recht, alles geht natürlich nicht. Aber wenn ein Kunde einen speziellen Wunsch äußert, dann setzen wir alles daran, ihn zu erfüllen.
Robin: Mit anderen Worten: Was nicht da ist, kann bestellt werden und ist dann relativ schnell da.
grow! Das gilt sicher auch für die Dünge-produkte …
Raffael: Auf jeden Fall. Gerade was Düngemittel angeht, müssen die frisch und top in Ordnung sein, alles andere geht bei uns nicht über den Tresen. Und wenn man dann zu viele unterschiedliche Produkte bevorratet, kann es leicht passieren, das was schlecht wird.
grow! Das ist der Vorteil von Bongs und Papers, und wie ich sehe, habt ihr davon auch reichlich da.
Robin: ja, auch was die Headshop-Artikel angeht, versuchen wir ein möglichst komplettes Sortiment bieten zu können. Wir führen alles von Literatur über Textilien, Lebensmittel bis hin zu Kosmetik. Von Papers und Bongs ganz zu schweigen.
Raffael: Auch was Preise und Qualität betrifft, decken wir das ganze Spektrum ab. So haben wir die „Economy-Pfeifen”, die einfach, aber günstig sind, über die Mittelklasse bis rauf in den High-Endbereich. Insgesamt sind etwa 85o Pfeifen der renommiertesten Hersteller hier verfügbar.
grow! Und wie ich sehe, seid ihr auch im Growbereich gut sortiert, zumindest habt ihr hier verschiedene Regale mit Equipment und auch einige Systeme fertig aufgebaut.
Raffael: Ja, es ist uns wichtig, dass der Kunde die Systeme in Betrieb sehen und verstehen kann. Er hat so die Möglichkeit, sich alles genau an-schauen zu können, und wenn er etwas nicht versteht oder andere Fragen hat, dann helfen wir gerne weiter. Als Besonderheit ist vielleicht noch erwähnenswert, dass wir unsere ei-gene „Blumen”-Erde in einem österreichischen Erdewerk nach unserem Rezept zusammenmischen lassen. Es gibt sie in unterschiedlichen Größen und Düngestufen, und sie hat bereits vielfach bewährt.
grow! Und euer Preisniveau, so viel Auswahl hat doch normalerweise ihren Preis?
Raffael: Das ist das Besondere an Schall & Rauch, wir haben trotz der riesigen Auswahl günstige Preise. Das erreichen wir durch einen zentralen Einkauf für alle drei Geschäfte.
grow! Ist ja fast zu schön um wahr zu sein
Raffael: Am besten du schaust dich um und bildest dir selbst eine Meinung— und das können wir auch nur jedem grow!-Leser empfehlen.
grow! Ist das als Einladung zu verstehen?
Raffael: Sicher, wer sich in der Nähe von
Linz aufhält, sollte uns (zu den Öffnungszeiten) unbedingt besuchen. Von der Autobahn ist es leicht zu finden. Auf unserer Homepage findet ihr die Wegbeschreibung.
Schall & Rauch im Hafen04grow! Ja, wir haben es auch direkt gefunden, von der Straße aus sind eure Schilder gut zu sehen. Euer Geschäft befindet sich in der oberen Etage. Wie bekommt ihr die ganze Ware hier herauf und wieder runter?
Robin: Wir haben natürlich einen Lasten-aufzug, den auch unsere Kunden nutzen können, wenn sie die gekaufte Ware unauf-fällig zu ihrem Auto auf unseren Kunden-parkplatz bringen wollen.
grow! Parkplätze gibt’s ja reichlich.
Raffael: Ja, wobei werktags hier schon einiges los ist. Vorne ist so ein amerikanisches Fastfood-Restaurant, das sorgt für einigen Verkehr.
grow! …und für Anonymität, so kann man doch kaum noch nachvollziehen, wer zu euch und wer zu einer der anderen hier ansässigen Firmen möchte.
Robin: Ganz genau, das kommt uns und unseren Kunden natürlich zugute. Denn die meisten wissen diese Anonymität zu schätzen.
grow! Wie würdet ihr die Situation bezüglich Cannabis in Österreich einschätzen, ist Entspannung in Sicht, oder bleibt die Lage schwierig?
Robin: Ich habe den Eindruck, dass Cannabis nach wie vor ein Tabuthema ist. In der breiten Bevölkerung gelten Marijuana und Haschisch immer noch als gefährliche Suchtgifte, gegen die nur strenge Verbote helfen. Ich kann mir vorstellen, dass ein allgemeines Umdenken am ehesten über den medizinischen Aspekt zu erreichen ist. Wenn immer mehr Menschen klar wird, dass Cannabis ein Heilmittel ist, dass Menschen nicht krank, sondern gesund macht, wird sich die Situation vielleicht irgendwann entspannen.
Raffael: Die Pharma-Industrie wird sicher versuchen, das zu verhindern, aber ir-gendwann setzt sich die Wahrheit durch, und dann wird das Hanfverbot zusammenbrechen wie die Berliner Mauer.
grow! Das können wir nur hoffen! Vielen Dank für das Gespräch und bis bald.

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