Hash Marihuana&Hemp-Museum

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Seit 1985 gibt es das »Hashmuseum« in Amsterdam. Es ist damit das älteste seiner Art — und wohl auch das bekannteste. Direkt im Zentrum Amsterdams und in unmittelbarer Nachbarschaft zum Rotlichtviertel gelegen, ist es genau dort, wo sich die meisten Touristen tummeln. Und in der Coffeeshop-Hauptstadt Europas, was Amsterdam im Moment immer noch ist, darf ein solches Museum nicht fehlen. Denn Aufklärung und Information sind gerade in Bezug auf Cannabis nach wie vor dringend erforderlich.
Aktuell sind uns in Europa drei Museen dieser Art bekannt: Neben dem in Amsterdam gibt es seit 1994 das Hanf-museum in Berlin und seit wenigen Monaten auch ein Museum in Barcelona.
Früher gab es noch andere Hanf-museen, wie etwa das »Global Hemp Museum« in Haarlem/Niederlande, doch mittlerweile sind nur die drei Erwähnten übrig. Beginnend mit dem Amsterdamer Museum stellen wir euch in dieser und den kommenden zwei Ausgaben alle drei Museen im grow!-Magazin vor.
Gegründet wurde das Hash-Museum in Amsterdam ursprünglich von Ed Rosenthal. Anfangs
hieß es noch »Hash Info Museum« und sollte helfen — so die Idee von Ed — über die Droge und die Nutzpflanze Hanf (lat.: Cannabis) aufzuklären und zu informieren. Mitte der Achtziger Jahre bot Amsterdam vielen amerikanischen Hanffreunden Asyl, denn die Niederlande waren zu der Zeit noch sehr liberal — ganz im Gegensatz zu den USA, wo der »War on Drugs« gerade einen Höhepunkt erlebte.
Ed Rosenthal war zwar voller Idealismus, die »Spielregeln« der niederländischen Behörden waren ihm allerdings fremd. Und so dauerte es nicht lange, bis ihm die Behörden und das fehlende Geld so sehr zusetzten, dass das Museum kurz vor dem Aus stand.
Und hätte Ben Dronkers nicht seine Hilfe angeboten, das Hashmuseum hätte wohl sein erstes Jahr nicht überlebt. Ben Dronkers hatte erst kurz zuvor Nevilles »Seed Bank« übernommen, denn Nevill war es ähnlich wie Ed ergangen. Ben machte aus der »Seed Bank« die wohl erfolgreichste Hanfsamenbank weltweit, die unter dem Namen »Sensi Seedbank« den meisten Hanf-freunden bekannt sein sollte. Und letztlich war es auch der Erfolg von Sensi Seeds, der es ihm erlaubte, viel Geld, Zeit und Energie ins Hashmuseum zu stecken. Ohne Sensi Seeds wäre wohl auch das Hashmuseum nicht das, wofür es mittler-weile weltweit bekannt ist.
Viele der Ausstellungsstücke hatte Ben bei seinen zahlreichen Reisen rund um die Welt selbst zu-sammengetragen. Im Laufe der Jahre kamen so viele Exponate zu-sammen, dass das Hashmuseum dafür zu klein wurde und zusätzliche Ausstellungsfläche gesucht werden musste. Und wie es der Zufall manchmal so will, wurde in direkter Nachbarschaft zum Museum ein Laden frei, der eine ideale Ergänzung zu den bestehenden Ausstel-lungsräumen darstellte. Doch die Amsterdamer Behörden waren von diesen Expansionsbestrebungen gar nicht begeistert und verweigerten die Genehmigung für das neue »Drogenmuseum«. Viel lieber wollten sie dort Kunstgalerien und Juwelierläden sehen, denn das Rotlichtviertel und auch die Coffeeshops standen mittlerweile auf der Abschussliste und sollten am besten über kurz oder lang ganz verschwinden. Und eine weiteres »Drogenmuseum« passte da so gar nicht ins Konzept.
Ben machte aus der Not eine Tugend und eröffnete — ganz im Einklang mit den städtischen Vorgaben — eine Galerie, genauer gesagt die »Hemp Gallery«. Und wie es sich für eine or-dentliche Galerie ge-hört, werden hier tat-sächlich einige Bilder ausgestellt und zum Verkauf angeboten. Doch niemand hatte Ben vorge-schrieben, wie viele Bilder es sein müssen, um die Galerie zur Galerie zu machen. Und so werden auf etwa 90 Prozent der Fläche der »Hemp Gallery« zahlreiche Exponate zum Thema Nutz-hanf ausgestellt, während sich die Bilder in einem kleinen Raum im hinteren Teil befinden. Und so sind offenbar alle glücklich: Die Stadt hat eine »Kunstgalerie« mehr, und Ben hatte zusätzliche Ausstellung-fläche.
Als Besucher des Hash-museums erhält man eine Eintrittskarte, die sowohl für das Hashmuseum selbst wie auch für die Hemp Gallery gültig ist. Das relativiert den anfangs hoch erscheinenden Ein-trittspreis von 9 Euro. Das Museum und die Gallery sind keine 5o Meter voneinander entfernt und ergänzen sich auch inhaltlich gut.
ährend das Hashmuseum V seinem Namen treu bleibt und umfassende Informationen zum Drogenaspekt von Hanf liefert, dreht sich in der Gallery alles um das Thema Nutzhanf, zu dem auch der Einsatz als Medizin gezählt wird hanfsorten
Das Hashmuseum wurde erst kürzlich renoviert und völlig umgebaut. Wer vor dem Umbau schon einmal dort war, wird es jetzt nicht wiedererkennen: Es wirkt viel größer, luftiger und heller. War es früher mehr eine Art Labyrinth aus Schautafeln und Vitrinen, ist es jetzt wesentlich übersichtlicher und geräumiger. Man wird nicht mehr ständig angerempelt, wenn man versucht, sich intensiver mit einer der Schautafeln zu beschäftigen. Stattdessen wird man zum Stehenbleiben, Gucken und Lesen geradezu animiert — und so sollte es in einem Museum ja wohl auch sein …
Das Hashmuseum zeigt, das Cannabis schon lange als Rauschmittel benutzt wird und keine Erfindung der Hippies ist. Es beschäftigt sich mit dem Verbot von Cannabis, wie es dazu kam und welche dramatischen Auswirkungen es bis heute zum Teil hat. Man erfährt viel über die Kultur, liest von bekannten Kiffer-Größen, aber auch von solchen, denen man das nicht zwingend zugetraut hätte. Das Highlight des Museums ist sicherlich der Cannabisgarten, dessen fünfgut gewachsene Pflanze durch eine Scheibe bestaunt werden können.
Die Hemp Gallery widmet sich — wie erwähnt — dem Nutzhanfaspekt. Hier werden alle möglichen Produkte aus Hanf gezeigt, von Stoffen und Seilen aus früheren Jahrhunderten bis hin zu Pressteilen für die Innenverkleidung moderner Autos. Man erfährt hier, welches Potential in dieser interessanten Pflanze steckt und wozu sie genutzt werden könnte, würde nicht immer wieder der Drogenaspekt dazu benutzt werden, sie zu diffamieren und schlecht zu reden.
Das Highlight der Gallery ist unserer Meinung nach der Vaporizerstand, an dem gratis getestet werden kann. Wer schon immer mal einen Vaporizer ausprobieren wollte, hier ist es nicht nur möglich, sondern erwünscht! Das fachkundige Personal hilft gerne und beantwortet alle Fragen.
Insgesamt sind es über 1.100 Ausstellungsstücke, die im Hashmuseum und der Hemp Gallery ausgestellt werden. Bei vielen Stücken erschließt sich ihr Sinn nicht auf Anhieb, deshalb empfehlen wir jedem Besucher dringend, den Katalog zu Hilfe zu nehmen und darin zu den wichtigsten Stücken die ent-sprechenden In-formationen zu le-sen. Denn sonst kann es passieren, dass man an interessanten Stücken vorbeiläuft, ohne zu verstehen, welch enorme Bedeutung sie eigentlich haben.
ohnehin — nicht nur für Hanfkon-sumenten, auch allen anderen wird ein Besuch im Hashmuseum nicht schaden.
Den    Eindruck kann man zumin-dest bekommen, angesichts von rund 100.000 Be-suchern im Jahr, die das problemlos »verkraftet« haben.
Das Hashmuseum, wie auch die Gallery sind sieben Tage in der Woche von 10:00 bis 23:00 geöffnet. Und wenn ihr schon mal dort seid, dann schaut doch auch im »Cannabis Col-lege« vorbei. Es befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Gallery und dient letztlich dem selben Zweck: Aufklären und Informationen weitergeben. Wer eine Frage rund ums Thema Cannabis hat, oder wenn etwas von der Ausstellung un-klar ist, die Leute vom Cannabis College, die übrigens wie das Hashmuseum und die Hemp Gallery zum Sensi Seeds- »Imperium« gehören, helfen sicher gerne weiter. Und selbst wenn ihr schon alles wisst, über netten Besuch freuen sie sich immer.
Auch wenn die meisten Amsterdamer nicht daran glauben (wollen), kann es sein, dass ab dem o1. Januar 2013 alle niederländischen Coffeeshops für ausländische Besucher geschlossen sind. Wer also das »alte« Amsterdam noch einmal erleben will, hat womöglich nur noch wenige Wochen Zeit. Und dann sollte ein Besuch im Hashmuseum Pflicht sein …
In der nächsten Ausgabe geht’s dann nach Berlin, wo wir für euch das einzige deutsche »Hanfmuseum« besuchen werden.
Weitere Infos zum Hashmuseum und zur Hemp Gallery unter:
www.hashmuseum.com

 

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