Vaporizer großer Test

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Als Anfang der Neunziger Jahre die ersten Vaporizer in der Hanfscene auftauchten, waren sie noch enorm, unhandlich und teuer. Der mittlerweile verstorbene Amerikaner Eagle Bill gehörte zu den ersten, der für die Verwendung dieser alternativen Inhalationsgeräte Werbung machte. Denn Vaporizer ermöglichen es, die ätherischen Öle und Wirkstoffe von Heilkräutern, zu denen auch Cannabis zählt, zu verdunsten und nahezu schadstofffrei inhalieren zu können. Eagle Bill war von dieser Methode so überzeugt, dass er Veranstaltungen wie den Cannabis Cup nutzte, und jeden der es wollte, an dem großvolumigen Glaskörper testen ließ. Nun, runde fünfzehn Jahre spä­ter, hat der Siegeszug der Vaporizer lange begonnen …

Seit den Tagen von Eagle Bill hat sich in Punk-to Vaporizer einiges getan. Wirkte sein Vapo­rizer noch eher wie ein Prototyp, der aus einer großen, ballonartigen Gärflasche bestand, in die mit einem Heißluftfön die erwärmte Luft durch ein Glasröhrchen mit dem zerkleinerten Pflanzenmaterial geblasen wurde, so wirken heutige Geräte doch spürbar ausgereifter.

Heutzutage gibt es eine Vielzahl von Vapo­rizern mit den unterschiedlichsten Eigen­schaften. Vom hochwertigen Tischvaporizer mit elektronischer Temperatursteuerung und digitalem Display bis hin zu einfachen Glas­kolben, die mittels Feuerzeug und viel Fin­gerspitzengefühl auf die richtige Wärme gebracht werden. Das A und 0 eines gut funk­tionierenden Vaporizers ist schließlich die pas­sende Temperatur. Ist sie zu tief, werden nur wenige ätherische Öle und Wirkstoffe ge­löst und das Gerät arbeitet ineffizient.

Ist die Temperatur zu hoch, können im schlechtesten Fall schädliche Verbrennungs­produkte entstehen, was durch die Verwendung eines Vaporizers an sich vermieden werden sollte. Je nach Art der Kräuter, die im Vaporizer zum Einsatz kommen, variiert die Temperatur. Für Eukalyptus reicht eine Tem­peratur von 130°C, bei Kräutern wie Cannabis oder Kamille sollten es im Bereich 180°C und 190°C sein.

So divergent die Ausstattung der einzel­nen Geräte, so verschieden sind auch die Prei­se, die die Hersteller dafür verlangen.

Vor etwa drei Jahren haben wir unseren letz­ten Vaporizer-Test durchgeführt (nachzulesen im Internet und in der Ausgabe 03-2009). Da­mals waren es zwei Geräte aus Deutschland, die am meisten überzeugen konnten: Der Volcano von der Firma »Storz & Bickel« so­wie der AroMed von »research & experience«. Beide Geräte erreichten bei uns Bestnoten. Gleichzeitig waren sie aber auch die teuersten in unserer Untersuchung. An ihnen gefiel uns beson­ders, dass sie sehr gut verarbeitet sind und eine exakte Temperatureinstellung erlauben, die im Betrieb beständig und automatisiert nachgeregelt wird. Beide Geräte eignen sich für den medizinischen Einsatz und können auf Rezept von den Krankenkassen übernommen werden.

Seit diesem Test sind neue Geräte auf den Markt gekommen, die sich – zumindest auf den ersten Anblick – deutlich von ihren Vorgän­gern abheben. Neben verschiedenen Tischgeräten sind das auch mobile Vaporizer, die |allerorts hin mitgenommen und unabhängig von Steckdosen betrieben werden können.

Wir waren sehr |interessiert, ob die neuen Geräte ausgereifter sein würden als ihre Vorgänger, und worin sie sich am deutlichsten abheben würden. Uns war dabei klar, dass unsere Er­wartungen, bedingt durch die Erfahrungen aus vorangegangenen Tests, relativ hoch sein würden. Da für die meisten Vaporizer aber proportional viel Geld verlangt wird, er­schien uns dieser Anspruch als durchaus ge­rechtfertigt.

Bevor wir uns explizit mit den Testresul­taten befassen, wollen wir die Vor- und Nachteile der Vaporizer noch einmal genauer angucken.

Den wichtigsten Nutzen der Vaporizer ha­ben wir bereits benannt: Ein guter Vaporizer »verbrennt« nicht, er »verdampft«. Ob et­was verbrennt oder nur verdampft, hängt von der Wärme ab. Ab einer Temperatur von 230°C beginnt ein chemischer Prozess, den wir als »Verbrennung« benennen. Bei die­sem Prozess reagieren kohlenstoffhaltige Be­standteile der Pflanzen mit dem Sauerstoff der Luft und setzen Energie frei. Bei diesem Prozess können harmlose Substanzen in Gifte und andere gefährliche Stoffe umgewandelt werden. So können Teerprodukte, Kohlendio­xide und sogar hochgiftiges Dioxin aufkommen. Alles Substanzen, die man an sich nicht unbedingt inhalieren sollte. Beim Rauchen von Zigaretten, Joints oder Pfeifen passiert aber exakt das, man inhaliert eine Flut an gefährlichen Substanzen, was zu tödlichen Krankheiten wie Lungenkrebs führen kann. Allein dieser Grund sollte Motivation genug sein, auf das Qualmen zu verzichten und nur zu vaporisieren.

Doch die Vaporizer bringen noch andere Vorteile mit: Ihre Effizienz ist merklich hö­her, als etwa beim Rauchen von Joints oder Bongs. Gerade bei Joints verqualmen viele der wertvollen Inhaltsstoffe frei in die Umgebungsluft. So sollen nur ein Viertel al­ler Wirkstoffe überhaupt in die Lunge gelan­gen, was schließlich dazu führt, dass signifikant mehr Menge erforderlich ist, um einen Effekt zu erzielen. Im Vaporizer gehen kaum Wirk­stoffe futsch. Im besten Fall stehen alle verdampften Wirkstoffe für die Inhalation zur Verfügung, nix verdampft in die Raumluft. Allein diese Tatsache sorgt für eine deutliche Effizienzsteigerung. Hinzu kommt, dass die Heilkräuter nicht abbrennen, sondern nur die ätherischen Öle und Wirkstoffe von der Pflan­zenoberfläche verdunsten. Werden die Kräu­ter etwas gerührt, können weitere Wirkstoffe in die Luft gelangen, bis irgendwann wirklich alle Wirkstoffe verdampft sind. Das zeigt sich dann durch den fade werdenden Geschmack.

Überhaupt kommen das Aroma und der Ge­schmack der verwendeten Kräuter im Vapo­rizer spürbar besser zur Geltung. Sie schme­cken angenehmer und süßlicher, und ein Kratzen im Hals ist bei guten Vaporizern keine Sache.

Bei uns in Mitteleuropa wird Cannabis mei­stens mit Tobak gemischt und dann konsu­miert. Der zugesetzte Tabak verändert nicht nur Geschmack und Aroma der Kräuter bis zur Unkenntlichkeit, er verändert auch die Wir­kung stark. Während die meisten Canna­bissorten eher beruhigend und wohltuend wirken, sorgt das Nikotin des Tabaks für einen gegensätzlichen Einfluss. Anders als die Canna­binoide (Wirkstoffe des Hanfs, wie etwa das THC), gelangt Nikotin augenblicklich nach wenigen Sekunden über den menschlichen Blutkreis­lauf ins Oberstübchen, da es die Blut-Hirn-Schranke überwinden kann, die andere Giftstoffe auf­halten würde. Im Gehirn angekommen, sorgt das Nikotin, in Kombination mit anderen, dem Tabak beigemischten Zusatzstoffe, für zahl­reiche Reaktionen: Der Blutdruck kann an­steigen und die Funktionen im Körper werden stimuliert. Darüber hinaus kann Nikotin im Be­lohnungszentrum andocken und für ein gutes Gefühl sorgen. Das wäre ja nicht so bedenklich, wenn Nikotin nicht deutlich suchterregend wäre und sich auf Dauer nachteilig auf den Körper auswirken würde.

Durch die Nutzung eines Vaporizers kann auf Tabak absolut verzichtet werden. Dieser enorme Gewinn, der letztlich Geld spart und die Gesundheit schützt, wirkt in der Praxis jedoch als größtes Hindernis. Denn so man­cher, der mit Freude auf Vaporizer umstellen wür­de, vermisst den Geschmack und vor allem die sucht-befriedigende Reaktion des Tabaks. Ein Vaporizer »kickt« nicht, so wie das manche Bong tut. Es ist ein ganz anderes Rauscher­lebnis, das so manchen eingefleischten Can­nabisfan zu Beginn so gar nicht zufriedenstel­len kann. Die Abhängigkeit vom Tabak sorgt immer wieder dazu, dass selbst gute Vapori­zer im Schrein verstauben und mehr Deko als Gebrauchsgegenstand sind. Dabei ist den we­nigsten bewusst, dass Cannabis, unvermischt und un­gestreckt konsumiert, deutlich intensiver und länger wirkt.

Wer also keinen Tabak raucht, wird sich mit den Vorteilen eines Vaporizers schneller an­freunden können und den leichten und unver­fälschten Geschmack eher zu würdigen wis­sen.

Eine andere Kehrseite einiger Vaporizer ist, dass sie von einer Stromquelle abhängig sind und sich unmöglich für unterwegs eignen. Manche sind nur für den stationären Einsatz bestimmt, sind groß und unhandlich, womit sie in ihrer Alltagstauglichkeit bedingt sind. In unseren Tests hatten wir auch Geräte für den mobilen Einsatz zur Verfügung, die hingegen nicht alle durch ihre Technologie und Funktionsweise überzeugen konnten.

Für viele gehört der Preis eines Vaporizers zu den wichtigsten Kriterien, die für oder gegen den Kauf eine entscheidende Rolle spielen. Nicht jeder kann oder will mehrere hundert Euro für ein solches Gerät pumpen. Und die preisgünstigen Alternativen halten oft nicht das, was sich der Kunde verspricht.

Dabei kann – wie aktuell erwähnt – die Ver­wendung eines Vaporizers immens Geld sparen helfen, so dass sich eine anfangs große Inve­stition relativ schnell amortisieren kann.

Und hinsichtlich des Gesundheitsaspekts sollte eigentlich jedem klar sein, dass die Verwendung eines Vaporizers ängerfristig alternativlos ist.

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