Firma: Lumen Max GmbH

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Eigentümer: Dieter Schilowsky und Frank Willemsen

Branche: Groß- und Einzelhandel von Zuchtzubehör

grow! Wie seid ihr zur Hanfbranche gekom­men, und seit wann seid ihr nun dabei?

Frank: 1995 bin ich durch Bekannte, die da­mals schon einen Großhandel für Gewächs­haustechnik in den Niederlanden hatten, zur Hanfbranche gekommen. Die suchten je­manden, der in Deutschland ebenfalls so ein Gewerbe betreiben wollte. Zusammen mit zwei weiteren Kollegen haben wir uns dann selbstständig gemacht und die Waren von den Bekannten bezogen, die uns damals freundlicherweise einen Warenkredit zur Ver­fügung gestellt hatten. Zuerst hatten wir ein Ladenlokal in der Innenstadt von Oberhausen mit gerade mal 35 m2. Diese Räumlichkeit war schon nach ein paar Monaten nicht mehr aus­reichend, sodass wir gleich das Nachbarge­schäft anmieteten. So hatten wir 10o m2 Flä­che. Nach zwei oder drei Jahren sind wir dann in die damalige Halle mit 400 m2 gezogen. Seit vier Jahren sind wir nun an diesem Ort.

Dieter: Ich bin seit 2005 in der Hanfbranche involviert. Damals habe ich gemeinsam mit einem Kollegen einen Growshop in Dortmund eröffnet. So war ich am Anfang Kunde von Lu­men Max. Später lief mein Shop immer besser und anstatt dass ich einen eigenen Großhan­del eröffnete, habe ich mich mit Frank zusam­mengetan. Mein Laden, Green Galaxy in Dort­mund, ist weiterhin täglich von 11.30-19.00 Uhr geöffnet und wird von meinen beiden An­gestellten gemanagt.

Frank: Ja, Dieter wird nach und nach mehr An­teile übernehmen und ich habe für meine Zu­kunft noch andere Pläne …

grow! Womit beschäftigt sich euer Unternehmen?

Frank: Wir verkaufen Gewächshaustechnik an Läden, versorgen aber auch Endkunden mit Equipment. Beleuchtung, Klimatisierung und Bewässerung und bieten verschiedene Dün­germarken und so weiter an. Der Kundenser­vice steht für uns an oberster Stelle.

Dieter: Wir legen zudem großen Wert auf Qualitätsprodukte, haben aber auch jeweils eine günstige Alternative für Kunden mit kleinerem Geldbeutel. Wir bieten auch Star­tersets an oder geben manchmal den Kunden kleine Musterproben, wenn neue Produkte auf den Markt kommen. So erhalten wir Re­sonanz, wie welches Produkt bei den Kunden ankommt.

grow! Welchen Eindruck habt ihr von der Ent­wicklung der Branche?

Frank: Die Branche ist stetig gewachsen. Da­mals gab es nur ein paar Growshops, 20 in etwa. So in Berlin, Stuttgart oder den ein oder anderen Udopea-Laden. Sitting Bull in Mün­ster ist auch schon lange dabei. Aber es waren früher längst nicht so viele wie heute. Heute beliefern wir etwa 10o Läden regelmäßig und ca. 200, die ab und an bestellen. Wir haben anfangs kurzzeitig mit dem Gedanken gespie­lt, auch Hanfklamotten anzubieten, haben uns dann doch dagegen entschieden und uns lieber auf unseren Bereich spezialisiert. Die Branche ist im Allgemeinen kommerzieller, aber auch professioneller geworden. Unsere Kunden sind im Schnitt zwischen 3o und 40 Jahre alt, natürlich sind aber auch ein paar jüngere sowie ältere dabei. Seit dem poli­tischen Wandel in den Niederlanden und auch wegen der gesundheitsschädlichen Streck­mittel fahren immer weniger Menschen nach Holland in die Coffeeshops, sondern bauen sich ihr Kraut selber an.

grow! Welche Veränderungen sind euch seit eurem Einstieg aufgefal­len?

Frank: Früher haben wir alle Pro­dukte von einem Händler bezogen, das war natürlich schön einfach. Inzwischen haben wir allein in den Niederlanden 10-15 Lieferanten. Das hat Vor- und Nachteile. Vor­teil ist, was der eine nicht hat, kann man beim anderen bestel­len. Nachteil ist, dass man dann schwerer eine angemessene Lie­fermenge zusammenbekommt. Die Preise bei den Lampen sind eher gesunken, das liegt aber auch an den höheren Stückzahlen, die wir abnehmen. Im Dünger­sektor ist es über die Jahre teurer geworden, aber die Preiserhöhungen halten sich in Gren­zen. Die Basisdüngerprodukte wie NPK-Dün­ger sind von den Inhaltsstoffen her gleich geblieben, PK13/14 ist von allen Anbieter ebenfalls fast identisch, da aber die Rohstoffe im Preis stetig steigen, schlägt das natürlich auf den Einkaufspreis. Das variiert gerade je nach Firma zwischen 3-18 Prozent!

grow! Engagiert ihr euch auch hanfpolitisch und wie sehr hat sich die Akzeptanz von Can­nabis verbessert?

Frank: Da hat sich leider nicht viel verän­dert. Vor 15 Jahren hatten wir noch die Hoff­nung, dass es vielleicht liberaler würde, aber ich würde sagen, dass es hanfpolitisch sogar eher rückschrittlich geworden ist, obwohl je­der weiß, das Cannabis nicht gefährlicher als Tabak oder Alkohol ist; fairer wäre da eine Re­gulierung wie bei den beiden Volksdrogen.

Dieter: Kurz vor den Wahlen reden die ganzen Parteien von Entkriminalisierung, um Wähler­stimmen zu sammeln, aber nachher weiß keiner mehr davon.

Frank: Wir sind Mitglied beim Deutschen Hanfverband und unterstützen ihn finanziell. Bei Wahlen kann sich jeder ein wenig betäti­gen. Auch wenn manche Wahlmuffel denken, dass es nichts bringt, so hat doch die Wahl vor ein paar Tagen in Baden-Württemberg ge­zeigt, dass die Grünen nun den Ministerpräsi­denten stellen. Wer hätte das gedacht?

grow! Wie sehen eure Zukunftspläne aus?

Frank: Ich möchte mich nach nun 16 Jahren langsam zurückziehen und etwas anderes machen. In den nächsten Jahren werde ich na­türlich weiterhin mitarbeiten, aber langsam meine Arbeitszeit reduzieren. Dieter ist jetzt schon Geschäftsführer, aber auch Gesell­schafter.

Dieter: Im Verhältnis zu meiner Tätigkeit in Dortmund trage ich nun noch mehr Verant­wortung. Das ist ein Unterschied wie Tag und Nacht. Frank hat mich jedoch sehr gut ange­lernt. Früher war ich mal am Bau oder auch schon Dachdecker, so hatte ich es als Quer­einsteiger nicht immer leicht. Aber so langsam habe ich den Dreh raus. Wir arbeiten hier mit 7 Leuten und bilden sogar Lehrlinge aus. In Zu­kunft werden wir vielleicht noch das ein oder andere Produkt selber auf den Markt bringen … lasst euch überraschen!

Weitere Infos unter: (link removed, please log in)

  • lumenmax hanfsamen
  • firma lumen
  • future grow interview
  • dieter schilowsky Interview
 

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