Lüftertypen

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Wenn mit heißen Natriumdampf-Lampen gearbeitet wird, dann entstehen schnell Wärmepro­bleme. Aus diesem Grund und wegen der zusätzlichen Geruchsbelästigung werden gefilterte Lüf­tungssysteme eingesetzt. In den meisten Growzelten sind bereits Öffnungen vorhanden (unten für die Frischluft und oben für die Abluft), um Geräte für die Zu- und Abluft integrieren zu kön­nen. Es gibt unterschiedliche Lüftertechniken, und manchem stellt sich die Frage, worin die Unter­schiede zu finden sind. Hier eine kleine Unterrichtsstunde zum Thema Lüftertypen und Kohlefilter:

Der Axialventilator
Badezimmerlüfter oder Ufo-Lüfter sind Axialventilatoren, die zur einen Seite ansaugen und zur anderen Seite aussto-ßen und somit den Luftstrom nicht um-lenken. Es handelt sich um eine typische Bauform. In der Mitte der Rotoren befindet sich der Motor, das Gebilde wird von einem Rohr umschlossen. Im vereinfachten Sinne wird ein Schaufelrad im Rohr montiert, das sich dreht und die Luft befördert. Ein Vorteil dieser Bauform ist, dass, auf die Größe betrachtet, wirklich viel Luft  befördert werden kann. Der Nachteil liegt darin, dass dabei allerdings kaum Luftdruck aufgebaut wird. Möchte man durch eine sehr lange und enge Abluftleitung blasen, dann werden diese Axiallüfter eine Leistungsabnahme aufweisen. Ein weiterer Nachteil ist das sogenannte Naben-totwasser. In den Schaufelrädern befindet sich der Motor. Hinter und vor diesem wird die Luft praktisch nicht bewegt, das ist für den gesamten Luftstrom ein Hindernis. Deswegen gibt es bereits erste Modelle, die einen Außenmotor haben und somit in der Mitte mit einem einzigen kleinen Lager auskommen. Diese Bauform ist jedoch un-üblich und teuer. Eine andere Technik, um das Nabentotwasser zu minimieren, ist der Innendiffusor. Dieser nimmt den Raum der toten Luft ein, und somit entsteht ein ge-schlossener Luftstrom. Der Luftstrom tritt beim Axialventilator in Wirbeln aus, die sich ein wenig ausbremsen können. Durch ein Nachleitrad kann dieser Effekt kompensiert werden, um den Luftdruck ein wenig zu erhöhen. Es gibt Axialventilatoren, die konisch geformt sind. Zur Druckseite wird der Radius höher. Somit kann die Luft diagonal austreten. Diese Axialventilatoren bringen bei gleicher Bauform mehr Leistung sowie einen höheren Druck.

luftertypen-01Der Radial- oder auch Zentrifugalventilator
Diese Lüftertechnik wird dann einge-setzt, wenn ein höherer Druck aufge-baut werden soll. Der Luftstrom wird um 90 Grad umgelenkt. Die Luft wird parallel zur Antriebsachse von einer oder beiden Seiten angesaugt. Sie wird durch die Rotation von dem Radiallaufrad umgelenkt und radial (= kreisförmig) ausgestoßen. Wenn wirklich ein Druck aufgebaut werden soll, dann darf der weiterführende Kanal nicht zu groß bemessen sein. Bei einem Radialventilator befindet sich der Motor nicht automatisch in der Mitte vom Schaufelrad, da er versetzt angebracht werden kann. Schneckenhauslüfter sind Radiallüfter. Der Luftstrom wird über das Schaufelrad um 90 Grad umgelenkt. Axiallüfter sind aufgrund ihrer einfachen Bauform meist günstiger als Radial- oder Zentrifugallüfter. Dafür arbeiten Letztere mit einem höheren Luftdruck und lassen sich sehr gut in Außengehäusen dämmen. So hat sich in Growkreisen der Schne-ckenhauslüfter im gedämmten Gehäuse etablieren können.

Die Kohlefilter
Ob von Aktivkohle oder Karbon die Rede ist, es handelt sich um zwei Begriffe für eine Substanz. Es handelt sich um einen sehr reinen Kohlenstoff, der unzählige Poren hat. Diese Poren können eine gesamte Oberfläche von rund 1500 Quadratmeter pro Gramm haben. Die Oberfläche bindet die Geruchsmoleküle und reinigt so die Luft. Immerhin verwendet der Grower Kohlefilter, um den störenden Geruch aus der Abluft zu filtern. Es gibt im Grunde genommen zwei Arten von Kohlefiltern: den Trommelfilter, bei dem zwei Lochbleche mit unterschiedlichem Durchmesser einen Zwischenraum bilden, der mit Aktivkohle gefüllt wird. Die Kohle-schicht ist dabei mehrere Zentimeter stark. Die Kohlepartikel sind etwa zwei bis drei Millimeter dick und einen Zentimeter lang. Die Luft wird von außen angesaugt, durch die Kohle in den mittleren Kern geleitet und strömt hier nun zum einen Ende der Tonne in den ansaugenden Lüfter ein. Dann gibt es den Lamellenfilter. Hier wird die Kohle feiner zerkleinert, da für die geruchsbindende Funktion nur die Oberfläche der Kohle entscheidend ist. Die Luft gelangt nicht in die Kohlestäbchen hinein. Diese feinen Kohlepartikel werden auf einen luftdurchlässigen Stoff gelegt und damit abgedeckt. Dieser Stoff wird nun in Lamellen gefaltet und in einem Ring in der runden Filtertrommel angeordnet. Lamellen-Filter verbrauchen deutlich weniger Aktivkohle und sind viel leichter als herkömmliche Aktivkohlefilter. Sie haben aber eine ähnliche Filterleistung und Lebensdauer wie die schweren Trommelfilter. Es gibt Filterhersteller, die wesentlich mehr Kohle verwenden als andere Hersteller.
ES kann also nicht grundsätzlich gesagt werden, dass ein Lüfter mit tausend Kubikmeter Leistung tatsächlich zwanzig Kilo Kohle benötigt. Die Hersteller fertigen ihre Filter in verschiedenen Größen und geben dazu an, für wie viele Kubikmeter (m3) Lüfterleistung diese Filter geeignet sind. Dabei ist es durchaus möglich, einen 1000-m3-Filter an einen 500-m3-Lüfter zu koppeln, umgekehrt sollte man es jedoch nicht machen, weil der Lüfter dann überlastet wird, da seine Leistung auf 50o Kubikmeter begrenzt ist. Die Kohlefilter sollten immer direkt an die Einsaugöffnung vom Lüfter angeschlossen werden. Es sollte nach Möglichkeit nicht mit einem Schlauch überbrückt werden. Der Filterstrumpf, der auf den Trommeln aufgespannt ist, kann ab-genommen und gewaschen werden, wenn er durch Staub schmutzig geworden ist. Dadurch wird die Lebensdauer der Filter zudem verbessert. Die Aktivkohle-Filter halten in der Regel rund acht bis 24 Monate im Betrieb. Es kann nie genau gesagt werden, wie schnell die Kohle gesättigt, sprich der Filter aufgebraucht ist. Somit sollte die Abluft regelmäßig auf eventuell vorhandenen Geruch kontrolliert werden. Die Filterleistung nimmt natürlich nicht von heute auf morgen ab, es ist schon ein Prozess der einige Wochen dauern wird.
Die Kapazitäten für den Lüfter ermitteln
In der Regel kann nicht einfach gesagt werden: Ich verwende 1000 Watt für die Blüte, ich muss jetzt wenigstens 50o Kubikmeter (m3) für die Ablüftung einplanen. Bei der richtigen Wahl des Lüfters muss berücksichtigt werden, wie weit die Luft geblasen werden muss. Zudem ist wichtig, ob der Anbauraum eher kühl bleibt oder zu hohen Temperaturen neigt. Wer eine hohe Temperatur erwartet und weite Abluftwege überbrücken muss, der sollte pro Beleuchtungswatt wenig-stens einen halben Kubikmeter, besser dreiviertel Kubikmeter pro Watt berechnen. Wenn nicht so weit geblasen werden muss und der Raum eher kühl ist, dann sollte ein Viertel- bis halben Kubikmeter pro Beleuchtungswatt kalkuliert werden können.
luftertypen-02Zu beachten bleibt jedoch, dass die Kammer einige Stunden am Tag beleuchtet wird und während dieser Stunden das Wärmeproblem auftritt. In der Dunkelphase verhält es sich anders. Da gehen die Temperaturen in der Regel wieder nach unten. Hier kann jedoch die Luftfeuchtigkeit nach oben schießen, die während der Lichtdauer durch die erwärmte Luft geschluckt wird. Das bedeutet, dass die Ablüftung auf zwei Tempe-raturstufen eingestellt werden muss. Das geht mit einem entsprechenden Gerät, wie zum Beispiel dem Klimacontroller. Hier handelt es sich um einen automatischen Drehzahlminderer, der auf die Temperatur und auch auf die Luftfeuchtigkeit eingestellt werden kann. Der Lüfter wird am Klimakontroller auf eine niedrige Stufe eingestellt. Wird die eingestellte Temperatur beim Fühler überstiegen, dann schaltet der Lüfter direkt auf volle Leistung, oder er schaltet eine Stufe hoch und später eine weitere, solange bis die vorher eingestellten Werte erreicht sind. Somit kann der Ablüfter auch so eingestellt werden, dass er in der Dunkelphase etwas lüftet, um die Pflanzen mit frischer Luft zu versorgen. In der Beleuchtungsphase steigt die Temperatur, und damit schaltet der Ablüfter auf eine höhere Stufe und gleicht die Temperatur wieder aus. Es ist ratsam, so einen Klimacontroller zu verwenden, da es für die Pflanzen in der Nachtphase nicht gut ist, wenn sie zu viel kalte Frischluft bekommen und im Zug stehen.
Lüftergeräusche
Jeder Lüfter erzeugt während seiner Arbeit Geräusche. Allein der Luftstrom rauscht. Dieses Rauschen kann sogar lauter als der eigentliche Lüfter sein. Der Markt hat deshalb diverse gedämmte Geräte entwickelt, die so genannten Silentlüfter. Es gibt Schneckenhauslüfter, die in einer gedämmten Gehäusebox liegen, oder aber auch Rohrlüfter, die eine spezielle Rotorform haben, die besonders wenig Lärm erzeugt. Neben den Lüftern kann jedoch auch am Luftstrom gearbeitet werden. Es können Schalldämpfer auf die Lüfter gesetzt werden, die den Luftstrom leiser werden lassen. Die Abluftschläuche können gedämmt sein, um die Geräusche zu schlucken. Wer keinen Lärm erzeugen möchte, der sollte unbedingt darauf achten, dass er einen gedämmten oder einen andern Silentlüfter betreibt. Zudem ist der Luftstrom mit speziellen isolierten flexiblen Schläuchen zu dämmen. So lassen sich auch große Lüfteranlagen leise betreiben. Ein Trick ist, einen überdimensionierten Lüfter zu verwenden, um diesen nun über einen Drehzahlregler (Klimacontroller) auf kleiner Drehzahl zu betreiben. Auch dann sind die Lüfter wesentlich leiser zu betreiben. Zu beachten bleibt, dass der Lüfter nie direkt an einer Decke oder Mauer montiert wird, da der Schall sich darüber direkt überträgt. Gummipuffer oder Gummibänder minimieren dies.

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